Nachforschungen bei Standesämtern

Wenn Sie sich mit der Familienforschung beschäftigen, dann kommt früher oder später der Zeitpunkt, an dem Sie bei Standesämtern fehlende Daten erfragen müssen.

In Deutschland verwalten die örtlichen Standesämter seit 1875 die Informationen zum Personenstand, also Geburts-, Heirats- und Sterbedaten einer Person, inklusive Ortsangaben. Bei Geburts- und Heiratsurkunden sind meist auch Angaben zu den Eltern vorhanden.

Wenn Sie Daten aus der Zeit vor 1875 suchen, dann müssen Sie sich an die Kirchengemeinden wenden und in den Kirchenbüchern suchen.

Dünnebierhaus EingangAufbewahrungsfristen der Standesämter

Die Standesämter bewahren die Unterlagen für einen gesetzlich vorgeschriebenen Zeitraum auf, danach wandern die Dokumente in die öffentlichen Archive.

Das ist im Personenstandsgesetz festgelegt, die Fristen betragen für Geburtenregister 110 Jahre, für Eheregister 80 Jahre und für Sterberegister 30 Jahre.

Das bedeutet, dass Sie im Jahr 2017 folgende Jahrgänge in den Standesämtern abfragen können:

  • Geburtenregister von 1906 bis heute
  • Eheregister von 1936 bis heute
  • Sterberegister von 1986 bis heute

Alle Daten aus den Jahren davor finden Sie in den städtischen Archiven.
Dabei ist allerdings zu beachten, dass es meist eine „Übergangszeit“ gibt, in der die Dokumente nicht verfügbar sind, wenn ein Jahrgang vom Standesamt in das Archiv wandert. Die Einsortierung und Katalogisierung der neuen Jahrgänge im Archiv dauert meist einige Wochen oder Monate.

Kosten

Für die Datenabfrage bei den Standesämtern wird eine Bearbeitungsgebühr von ca. 10 Euro erhoben.

Zugangsberechtigung zu den Daten

Das Datenschutzgesetz schreibt vor, dass man nicht einfach beim Standesamt die Daten anderer Personen abfragen kann.

Dies ist nur möglich, wenn man ein „berechtigtes Interesse“ hat.
Die Erforschung der eigenen Vorfahren ist solch ein berechtigtes Interesse. Wenn Sie also den Beweis erbringen, dass Sie ein Nachkomme der abgefragten Personen sind, dann geben Ihnen die Standesämter die gewünschten Informationen.

Wenn Sie kein direkter Nachkomme der erforschten Person sind, dann werden die Standesämter Ihre Anfrage aus Datenschutzgründen ablehnen.

Sollten die Daten schon älter und deshalb in die Archive gewandert sein, dann ist der Zugriff kein Problem. Die Archive sind öffentlich, d. h. jeder kann die Dokumente einsehen und die Daten abfragen. Hier gelten die Einschränkungen des Datenschutzes nicht mehr.

Festzuhalten bleibt, dass in den Standesämtern und Archiven viele hilfreiche Informationen gefunden werden können.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß und Erfolg bei Ihrer  Recherche.

© familiengeschichte-erforschen.de

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