Nachforschungen in Kirchenbüchern

Wenn Sie Geburts-, Heirats- und Sterbedaten aus der Zeit vor Einführung der Standesämter, also vor 1875, suchen, dann müssen Sie in die alten Kirchenbücher schauen.
Aber auch für die Zeit nach 1875 kann sich ein Blick in die Kirchenbücher lohnen, dort sind oft Informationen notiert, die in den Standesämtern nicht erfasst wurden.

Für Ihre Recherche ist es natürlich unbedingt nötig, dass Sie wissen, an welchem Ort die gesuchten Personen gelebt haben und welche Kirchengemeinden dort zuständig waren. Wo Sie also suchen müssen.

trauschein-1905Kirchenbücher

Kirchenbücher beginnen in Deutschland zu unterschiedlichen Zeiten. Die ältesten Kirchenbücher stammen aus dem Mittelalter, aber in den meisten Fällen beginnen die Aufzeichnungen erst im 17. Jahrhundert, nach dem Dreißigjährigen Krieg.

Und im Laufe der Geschichte sind leider viele Kirchenbücher verlorengegangen, durch Diebstahl, Feuer, Kriegswirren und andere Ereignisse.

Sie finden die Kirchenbüchern in den örtlichen Kirchengemeinden bzw. Pfarrämtern.

In vielen Landeskirchen und Bistümern gibt es zentrale Archive, in denen Sie alte Kirchenbücher – meist auf Mikrofilm – einsehen können.

Aufwand bei der Recherche

Die Recherche von Daten in Kirchenbüchern kann sehr aufwändig und zeitintensiv sein. Manche Kirchenbücher – meist die neueren – haben ein Personenregister, viele aber leider nicht.

Ohne Register muss man dann die in Frage kommenden Jahrgänge durchblättern und nach den Namen suchen.

Wenn Sie nicht selbst in den Kirchenbüchern suchen können, dann können Sie höflich schriftlich beim Pfarramt darum bitten, dass jemand für Sie nachsieht. Bitte bedenken Sie dabei, dass die Pfarramtsmitarbeiter eigentlich andere Aufgaben haben und dass es daher einige Zeit dauern kann, bis Ihre Anfrage erledigt wird. Und für entstehende Kosten sollten Sie selbstverständlich aufkommen.

Lesbarkeit von Kirchenbüchern

Die Kirchenbücher wurden früher handschriftlich geführt.
Das bedeutet, dass die Einträge oft schwierig zu entziffern sind, je nachdem was der Pfarrer für eine Handschrift hatte.

Und es wurde die altdeutsche Schrift (Kurrentschrift) geschrieben. Um in Kirchenbüchern zu recherchieren müssen Sie diese Schrift lesen können.

Namen in Kirchenbüchern

Wenn Sie in alten Kirchenbüchern nach den Namen Ihrer Vorfahren suchen, dann beachten Sie bitte, dass die Schreibweise variieren kann.

Eine einheitliche Schreibweise von Familiennamen ist erst seit 1900 vorgeschrieben, davor kann der Name innerhalb einer Familie zu unterschiedlichen Zeiten oder von unterschiedlichen Personen in mehreren Variationen geschrieben worden sein.

Da früher viele Menschen nicht lesen und schreiben konnten, haben sie oft gar nicht gemerkt, dass ihr Name plötzlich anders bzw. falsch geschrieben wurde. Da kann der neue Pfarrer, der das Kirchenbuch führt, den mündlich vorgetragenen Namen schnell mal falsch verstanden haben. Oder er macht versehentlich aus Schmied ein Schmidt, aus Ullmann ein Uhlmann usw.

Und es ist natürlich auch vorgekommen, dass Menschen ihren Namen absichtlich geändert haben. Da wird die Ahnenforschung dann besonders spannend…

Daten in Kirchenbüchern

In den Kirchenbüchern wurden die Geburts- und Sterbedaten oft nicht so genau aufgezeichnet, wie wir das heute gewohnt sind.

So kann es vorkommen, dass Sie im Begräbnisbuch der Kirche das Begräbnisdatum einer Person finden, das Sterbedatum ist aber nicht oder nur ungenau angegeben.

Und ein Geburtsdatum gibt es oft auch nicht, sondern es wird nur das Alter von z.B. 57 Jahren angeben. Mit etwas mehr Glück steht da „sie starb im Alter von 57 Jahren, 3 Monaten und 10 Tagen“. Da müssen Sie dann rechnen…

Die Forschung in den Kirchenbüchern ist also nicht ganz einfach, kann aber sehr lohnend sein.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß und Erfolg bei Ihrer  Recherche.

© familiengeschichte-erforschen.de

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