Wie entstanden Familiennamen?

Familiennamen gibt es in Deutschland seit einigen Jahrhunderten.

Vor dem Mittelalter hatten die Menschen nur einen Rufnamen – das entspricht unserem heutigen Vornamen oder einem Spitznamen. Die meisten Menschen wohnten auf dem Land, dort lebten wenige Familien in kleinen Dörfern und jeder kannte jeden – die einfachen Namen waren also kein Problem.

Als die Bevölkerung dann wuchs, die Städte immer größer wurden, die Menschen mehr umherreisten, Handel trieben und nicht mehr so „bodenständig“ waren, da reichten die Rufnamen zur eindeutigen Identifizierung nicht mehr aus und man fügte noch einen Beinamen hinzu. Zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert entstanden so die meisten Familiennamen.

Der Nutzen von Familiennamen

Familiennamen erleichterten die Verwaltung und die Erfassung der Bürger durch Staat und Kirche.
Der Name wurde an die Kinder weitergeben, so waren Personen einer Familie eindeutig zuzuordnen. Das erleichterte die Identifizierung einer Person und die Darstellung von Verwandtschaftsverhältnissen, was beispielsweise bei Gerichts- und Erbschaftsangelegenheiten wichtig war.

UnterschriftVariationen des Familiennamens

In den Dokumenten zur Familiengeschichte finden sich oft mehrere Schreibweisen des Familiennamens. Die Menschen konnten früher oft nicht lesen und schreiben, da fielen ihnen Änderungen in der Schreibweise ihres Namens nicht auf. So konnte es vorkommen, dass ein Beamter oder ein Pfarrer einen mündlich genannten Namen falsch verstand, oder dass er ihn einfach so schrieb, wie er es für richtig hielt.

Dadurch erklärt sich, dass sich in manchen Familien der Nachname im Laufe der Zeit verändert hat.

Gelegentlich kam es auch vor, dass jemand seinen Familiennamen absichtlich änderte. Dafür konnte es viele Gründe geben. Das wäre in so einem Fall sicherlich spannend zu erforschen…

Erst mit Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuches im Jahr 1900 ist in Deutschland der Nachname eines Menschen verbindlich festgelegt.
Eine Änderung der Schreibweise oder sogar des ganzen Namens ist nur in begründeten Ausnahmefällen möglich und muss umständlich beantragt und von einem Gericht genehmigt werden.

Herkunft von Familiennamen

Aber wie sind die Menschen nun zu ihrem jeweiligen Nachnamen gekommen?

Da gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Häufig bezog sich der Name auf den Beruf des Namensträgers und vererbte sich dann weiter, auch wenn die Nachkommen andere Berufe hatten. Beispiele sind Schuster, Müller, Meier, Bauer, Schneider, Wagner, Kaufmann usw.

Auch Herkunftsnamen sind häufig, da wurden die Personen nach dem Ort oder der Region benannt, wo die Leute herstammten. Beispiele sind Bayer, Berger, Hamburger etc.

Familiennamen, die sich auf den Rufnamen des Vaters (oder seltener der Mutter) beziehen und auf den Sohn bzw. die Kinder übertragen haben findet man ebenfalls oft. Beispiele sind Herrmann, Heinrich, Peters, Frank, aber auch Hansen (entstanden aus HansSohn) und Petersen (PetersSohn).

Als „Übernamen“ bezeichnet man Nachnamen, die auf andere Dingen, z.B. auf Charaktereigenschaften oder Spitznamen des ersten Namensträgers, auf Jahreszeiten, Tiere, Pflanzen usw. zurückzuführen sind. Beispiele sind Lustig, Freudig, Sommer, Herbst, Fuchs, Bär, Baum, Strauch.

Es gibt Namen mit ausländischen Wurzeln, oft aus Polen, Russland oder Frankreich, die über viele Generationen erhalten wurden. Und dann war da mal die Mode, Namen zu latinisieren, damit es vornehmer klingt. Dazu gibt es noch die Namen der Adelsdynastien. Und, und und…

Sie sehen, die Herkunft eines Familiennamens zu erforschen kann sehr spannend sein.

© familiengeschichte-erforschen.de

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